Hochbegabung bei Kindern
Hochbegabte KiTa - Kinder fallen auf?!
Besonders begabte Kinder zeigen in manchen Fällen in verschiedenen Zusammenhängen und Situationen ein anderes Verhalten als ihre AltersgenossInnen oder als es von ihnen erwartet wird. Das kann – muss aber nicht – zu Schwierigkeiten und Herausforderungen führen. Manchmal ist allerdings leider erst das Auftreten von Auffälligkeiten der Ausgangspunkt für das Erkennen einer Hochbegabung.
Der IQ eines Kindes im Kindergartenalter ist noch nicht stabil und nur schwer messbar. Dennoch ist es wichtig, für Merkmale/ besondere Verhaltensweisen und Herausforderungen sensibilisiert zu sein, um die Fähigkeiten angemessen fördern zu können und um das "entwicklungsschnelle" Kind auf seinem Weg möglichst gut abholen, begleiten und unterstützen zu können.
Einige wenige Beispiele wie sich Hochbegabung im KiTa- Alltag zeigen kann:
Werden Kinder in ihrem Grundbedürfnis nach Wissen und Lernen/ in ihrem Wissensdrang gehemmt oder erfahren ihre Bedürfnisse keine Befriedigung, kann dies zu einer massiven Unterforderung und Frustration führen. Dies kann in vielfältiger Weise im KiTa-Alltag zum Ausdruck kommen:
Frust und/ oder Langeweile kann
Verweigert das Kind häufig die Teilnahme am Morgenkreis oder an anderen Gruppenprozessen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass diese Angebote seinen Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnissen nicht gerecht werden.
Eine motorische Unruhe des Kindes deutet häufig auf eine kognitive Unterforderung hin und sollte nicht fehlinterpretiert werden!
Trifft das Kind auf verständnisvolle, aufmerksame, achtsame Pädagogische Fachkräfte, steht einer glücklichen Zeit im KiTa-Alltag nichts im Wege. Sonst aber besteht die Gefahr, dass das Kind ständig große Anpassungsleistungen vollbringt, die (zu) viel seiner psychischen Energie in Anspruch nimmt. Aber auch Rebellion kann eine Reaktion auf eine nicht passende Umgebung und Begleitung sein. Vorsicht! Störendes Verhalten kann schnell zu einer Stigmatisierung führen!
Durch eine fehlende Bestätigung und mangelnder Anerkennung fühlen sich diese Kinder oft „falsch“ und können in folge dessen nur wenig Selbstbewusstsein entwickeln. Hochbegabte Mädchen neigen häufig dazu, ihre außergewöhnlichen Begabungen zu "verstecken" und unterdrücken dabei ihre Bedürfnisse und Interessen, um sich anzupassen und nicht aufzufallen. Diese permanente Anpassungsleistung und Bedürfnisunterdrückung erfordert viel Energie und kann die Potentialentfaltung letztlich hemmen. Das Kind ist dann nicht mehr in Kontakt mit seinen Bedürfnissen. Dies führt zu Leid und kann sich dauerhaft negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken. Es werden immer noch weniger Mädchen als hochbegabt erkannt, obwohl eine Gleichverteilung der Intelligenz tatsächlich am wahrscheinlichsten ist.
Die Qualität der Pädagogischen Arbeit in KiTas kann nachhaltig gesteigert werden, wenn pädagogische Strategien, Abläufe oder Angebote in einzelnen Bildungsbereichen aus der Perspektive der Bedürfnisse und Interessen entwicklungsschneller und begabter Kinder achtsam betrachtet werden.
Pädagogische Fachkräfte können in hohem Maße dazu beitragen, dass das Thema Hochbegabung enttabuisiert wird!
Mit Hilfe von Beobachtungsbögen zur Erfassung von individuellen Fähigkeiten und Interessen können die Pädagogischen Fachkräfte einzelne oder alle Kinder der Gruppe/ der Institution gezielt beobachten und erste Hinweise hinsichtlich des weiteren Förderbedarfs und differenzierter Begleitung ableiten und eruieren.
Gerne stelle ich Ihnen bei Bedarf einen entsprechend angefertigten Beobachtungsbogen zur Verfügung.
Oft ist es eine Frage der Perspektive, wie Verhaltensweisen und Merkmale der Kinder von Pädagogischen Fachkräften wahrgenommen, eingeordnet und interpretiert werden.
Eine kontinuierliche, über einen längeren Zeitraum stattfindende differenzierte Beobachtung durch die Pädagogischen Fachkräfte, sowie eine bedürfnisorientierte von Wertschätzung, Respekt und Achtsamkeit geprägte pädagogische Haltung ist unabdingbar für eine angemessene Begleitung und Förderung aller Kinder.
Eine begabungsförderliche Haltung verbunden mit einer ganzheitlichen, flexiblen Herangehensweise und die Bereitschaft, sich auf die Perspektive von Kindern einzulassen sind damit Ausgangspunkt für Bildung und Begleitung von Kindern in KiTas.
Hochbegabtenförderung ist Inklusion! Inklusion bedeutet nicht das Erreichen von Gleichheit, sondern das Recht auf Unterschied, das Recht auf Vielfalt!
Für Pädagogische Fachkräfte und auch Eltern ist es wichtig stets und immer wieder aufs Neue zu erfassen: Wie geht es dem Kind und wie kann ich es optimal unterstützen und achtsam begleiten? Im Mittelpunkt steht ein gegenseitiges wertschätzendes Verständnis. Es geht darum, sich wertschätzend und neugierig aufeinander einzulassen, jedes Kind achtsam mit seinen individuellen Begabungen, Interessen und Bedürfnissen wahrzunehmen und zu fördern. Eine bildungsgerechte, differenzierte Förderung setzt eine achtsame, wertschätzende Beziehung voraus und darf eine Begabtenförderung nicht ausschließen!
Im Mittelpunkt der MINDfulness - Beratungstätigkeit steht eine achtsame, ressourcenorientierte und immer auf den Einzelfall abgestimmte Herangehensweise, um ein gemeinsames Erarbeiten von Lösungen zu ermöglichen.
Gemeinsam mit Eltern und ErzieherInnen können sich individuelle Fragestellungen ergeben. Zum Beispiel:
Um das MINDfulness Beratungsangebot wahrzunehmen, ist keine vorherige Testung erforderlich. Nehmen Sie einfach Kontakt auf!
Gerne stehe ich den Pädagogischen Fachkräften und Eltern beratend zu Seite. Über weitere Angebote wie u.a. das KiTa - Achtsamkeitsprojekt ACHTSAMER MONTAG können Sie sich im Leistungsspektrum informieren.
Weiterführende, vertiefende Beratungssettings und Angebote rund um das Thema Hochbegabung für Kinder und/ oder Eltern finden Sie im Leistungsspektrum.
Eine wertschätzende, achtsame, wohlwollende Haltung öffnet den Blick für die Bedürfnisse und Potentiale. Entdecken Sie neue Perspektiven und Möglichkeiten!
Kinder sind von Natur aus neugierig und wollen lernen. Lernen und Entwicklung stellen Grundbedürfnisse der Kinder dar, die befriedigt werden müssen, um eine optimale und positive Entwicklung zu fördern. Eine Orientierung an die kindliche Eigenaktivität und an das Autonomiebestreben kann für Pädagogische Fachkräfte bedeuten, den oft bestehenden Pädagogischen Anspruch aufzugeben, zu wissen, was das Kind braucht und welche Wissensinhalte vermittelt werden sollten. Stattdessen dürfen Pädagogische Fachkräfte sich achtsam darauf richten, "Bildung auf den Spuren der Kinder zu entdecken" (nach Ha Vin Tho).
Die Aufgabe der Pädagogischen Fachkräfte besteht demnach darin, aus einer achtsamen, begabungsförderlichen Haltung heraus, bestmögliche Bedingungen zu schaffen, welche Bildungs- und Entwicklungsprozesse von Kindern ermöglichen und fördern:
Gemeinsam kultivierte Achtsamkeit kann die Qualität der pädagogischen Arbeit nachhaltig steigern und schafft eine für die Persönlichkeitsentwicklung (aller!) Kinder förderliche Atmosphäre.
Das Gehirn entwickelt sich vor allem durch menschliche Interaktion. Während im KiTa-Alltag die Förderung der kindlichen Sprachentwicklung in allen Bundesländern inzwischen als zentrale Aufgabe angesehen und gefördert wird, gerät die Frage einer Förderung von Kindern mit besonders weit entwickelten sprachlichen Fähigkeiten dagegen in den Hintergrund und wird in den KiTas (noch!) kaum in den Blick genommen und nahezu vernachlässigt! Die sprachliche Entwicklung des Kindes wird in einem großen Ausmaß von der Qualität der Kommunikation beeinflusst und dadurch, welche Anregungen und Angebote die Kinder in diesem Bereich erhalten. Wenn Kinder im KiTa - Alltag Interesse und Freude an Buchstaben, Symbolen, etc. zeigen und womöglich bereits zu lesen beginnen, darf dieser Prozess/ dieses Interesse und Bedürfnis nicht unterbrochen oder gehemmt werden. Pädagogische Fachkräfte können das Kind in ihrem innewohnenden Drang nach Lernen und Wissen unterstützen, indem sie ihm Hilfsmittel anbieten, anregende Materialien, Bücher,... zur Verfügung stellen und es achtsam begleiten.
Intelligenz entwickelt sich immer im Kontext sozialer Beziehungen und Interaktion. Viele begabte Kinder verfügen über gute soziale Kompetenzen. Dies kann durch altersgemischte Gruppen unterstützt werden, da es dadurch im Alltag selbstverständlich wird, dass Kinder unterschiedlich weit entwickelt sind und über unterschiedlich ausgeprägte Kompetenzen verfügen. Es ist wichtig, dass begabte Kinder im Spiel und im Miteinander Rollen finden, die ihren besonderen Fähigkeiten entsprechen, ohne dass sie damit hervorgehoben oder herausgestellt werden. Begabte Kinder profitieren aber auch von Kontakten mit Gleichgesinnten, oder älteren Kindern, da hier ein mögliches Gefühl der "Andersartigkeit" weniger in den Vordergrund tritt. Hier fühlen sie sich eher verstanden und können sich aneinander "messen". Besonders begabte Kinder wirken oft eher an Erwachsenen orientiert, da sie sich hier eher verstanden fühlen, während ihre AltersgenossInnen ihnen oftmals intellektuell nicht folgen können und sich in folge dessen von ihnen abwenden.
Soziale Integration, das Gefühl von Verbundenheit und Zugehörigkeit gehören zu den Grundbedürfnissen aller Kinder.