Im Mittelpunkt steht zunächst einmal die Frage/ der Verdacht, ob eine Hochbegabung besteht und tatsächlich vorliegt.  

 

Zu Beginn steht meist eine Verhaltensbeobachtung über einen längeren Zeitraum hinweg. 

Umfassende Beobachtungsbögen oder "Checklisten" können für Fähigkeiten, Ressourcen, Merkmale sensibilisieren, eine objektive Einschätzung ist damit aber nicht möglich. 

Um eine zuverlässige Antwort auf die Frage/ den Verdacht bzgl. einer möglichen Hochbegabung zu erhalten, ist eine Abklärung bzgl. einer Intelligenz- und Persönlichkeitsdiagnostik (z.B. IQ-Test) durch eine Konsultation einer/ eines entsprechend gut ausgebildeten und kompetenten, erfahrenen Psychologin/ Psychologen erforderlich.

Bei der Testung eines Kindes muss immer die aktuelle Situation, das Verhalten, die Tagesverfassung sowie die Entwicklung und Persönlichkeit des Kindes in die Diagnostik mit hineinfließen und berücksichtigt werden! Das Ergebnis des Tests sollte durchaus kritisch betrachtet und ausführlich erörtert werden. 

 

Im KiTa - Alter ist eine Testung noch wenig aussagekräftig. Wenn Eltern und Fachkräfte sich flexibel und bedürfnisorientiert auf das Kind und seine Interessen und Fähigkeiten einstellen und diese stets im Blick behalten, ergeben sich daraus meist ganz natürlich sinnvolle Förderangebote. Eine vertrauensvolle und wertschätzende, vorurteilsfreie Beziehung zwischen Eltern und Kind, zwischen Kind und Fachkraft, zwischen Eltern und Fachkraft ist grundlegend für die achtsame Begleitung "entwicklungsschneller" Kinder. Wenn das Kind einen positiven KiTa-Alltag erlebt, steht einer glücklichen Entwicklung nichts im Wege. Erfährt ein Kind allerdings keine entsprechende Begleitung und Förderung, kann sich das Kind in seiner Entwicklung nicht entfalten und wird u.U. sogar darin "gehemmt". Dann kann eine Testung z.B. in Hinblick einer frühzeitigen Einschulung hilfreich sein. 

Auch hier kann eine professionelle Beratung Unterstützung und Entlastung bieten. 

 

Es ist auch möglich, dass eine Hochbegabung erst in späteren Jahren erkannt wird, z.B. wenn ein Elternteil durch die Hochbegabung seines Kinder auf die eigene mögliche Hochbegabung gestoßen wird (genetische Komponente!). Vor allem die Hochbegabung von Mädchen wird oft erst spät erkannt! Manche Menschen mit einer Hochbegabung  wissen von ihren außergewöhnlichen Begabungen, Kompetenzen und Stärken, haben aber bislang keinen positiven Umgang damit entwickelt. Hier ist es besonders wichtig und sinnvoll,  sich  mit den eigenen Dynamiken, Haltungen, Erfahrungen und Gefühlen auseinanderzusetzen und einen verantwortungsvollen Umgang zu entwickeln, auch um dem Kind ein hilfreiches, authentisches Vorbild sein zu können. Auch in diesem Fall kann eine professionelle Unterstützung und Beratung notwendig und entlastend sein.

 

Die Vor- und Nachteile eines IQ-Tests sind immer im Vorhinein individuell abzuwägen!

 

Zu den Vorteilen eines IQ- Tests gehört sicherlich,

  • dass geklärt werden kann, womit bestimmte Verhaltensweisen und evtl. Herausforderungen und Schwierigkeiten ggf. zusammenhängen können.
  • dass der Nachweis für Klarheit und Erleichterung im Umgang mit Pädagogischen Fachkräften (ErzieherInnen und LehrerInnen) sorgen kann. (Der Nachweis einer diagnostizierten Hochbegabung kann notwendig sein, wenn die Bildungsstätte die Hochbegabung ohne Beleg nicht anerkennt und Fördermaßnahmen verweigert oder abgelehnt werden!)
  • der Zugang zu Hochbegabtennetzwerken (z.B. Mensa) mit vielfältigen Angeboten, Veranstaltungen und der Möglichkeit der Vernetzung.
  • die Möglichkeit auf Erhalt eines Stipendiums. 

 Zu den Nachteilen eines IQ-Tests gehören z.B. 

  • … das Bestehen einer Stigmatisierungsgefahr: Das Ergebnis des Tests bringt Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl mit sich. Die Diagnostizierung einer Hochbegabung kann mit einem Gewinn oder einer deutlichen Steigerung von Selbstwertgefühl und Sicherheit einhergehen. Eine Erleichterung kann sich einstellen, wenn sich die hochbegabte Person nun innere und äußere Dynamiken, Herausforderungen und Merkmale, etc. möglicherweise besser erklären kann. Wird hingegen keine Hochbegabung festgestellt, kann sich das Ergebnis negativ auf das individuelle Selbstwertgefühl auswirken und eine Enttäuschung auslösen. Beide Ausgänge müssen ins Selbstbild integriert werden.

Hier kann eine professionelle Begleitung und Beratung ansetzen und hilfreiche Unterstützung und Entlastung bieten. 

  • … Vorurteile und falsche Vorstellungen hinsichtlich einer Hochbegabung, die noch immer weit verbreitet sind: Pädagogische Fachkräfte, Kinderärzte und selbst PsychologInnen sind oft nicht ausreichend dahingehend geschult und ausgebildet. Hier müssen Eltern oder Betroffene  oft noch "Pionierarbeit" leisten, um eine Enttabuisierung zu fördern und  für das Thema Hochbegabung zu sensibilisieren
  • …. Auswirkungen auf die "Systeme"/ auf das Umfeld in welchem die hochbegabte Person lebt: Geschwisterbeziehungen, die Zuwendung der Eltern, die Rolle in der Klasse, Einstellungen der PädagogInnen, MitschülerInnen, Vorgesetzten, KollegInnen, Familienmitglieder, etc. können sich positiv wie negativ verändern.

Es ist wichtig, diese möglichen Auswirkungen im Vorfeld einer Testung genau abzuschätzen und zu besprechen,  so dass die eventuell hochbegabte Person abwägen und entscheiden kann, ob für sie die Vor- oder Nachteile einer Testung überwiegen. In beiden Fällen sollte ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Ergebnis erfolgen, bzw. erlernt werden. 

 

Gerne stehe ich Ihnen beratend zur Seite!

 

Aneignung von Wissen

Für gewöhnlich nehmen Probleme, Konflikte, Herausforderungen häufig zunächst einmal bereits deutlich und spürbar ab, sobald sich Ratsuchende, Eltern, oder Menschen, die Personen mit einer Hochbegabung begleiten, sich mit der Thematik Hochbegabung vertraut machen und sich entsprechendes Wissen angeeignet haben. Hierzu kann die Beschäftigung mit  entsprechender Fachliteratur dienen und hilfreich sein. 

 

Netzwerk aufbauen

Auch die Gelegenheit, sich mit anderen Personen  (Eltern, Ratsuchenden, Hochbegabten,...) auszutauschen/ sich zu vernetzen und über Herausforderungen, Erziehungssorgen, etc. zu sprechen kann entlastend und hilfreich sein. 

 

Beratungsangebote in Anspruch nehmen

Eine professionelle Beratung kann entlastend, unterstützend und hilfreich sein, um sich selbst mit seinen eigenen Fähigkeiten und Potentialen auseinanderzusetzen,  innere und äußere Dynamiken zu beleuchten,  Potentiale zu fördern und zu stärken. Durch das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen und das Kultivieren einer achtsamen Haltung, kann sich die Hochbegabung als Ressource entfalten und mögliche vorhandene Widrigkeiten können vorgebeugt oder überwunden werden. 

 

 

 

Hochbegabung - Schwerpunkt KiTa

Hochbegabung - Schwerpunkt Schule


© Regina Petschenig

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Der Projektkatalog ACHTSAMER MONTAG - Achtsamkeit in der KiTa ist neu erschienen und ab sofort erhältlich!

 

Bei Interesse nehmen Sie gerne Kontakt auf!


Begabungspädagogin (IFLW) 

www.iflw.de 

Prüfnummer HB-348-PR-22858